1.3.2023

Projekt Wort.Musik.Theater

Diskussion

"Sprech-Instanzen" und "Stimmkörper" in Elfriede Jelineks Theater

mit Claudia Bossard, Silke Felber und Karen Juers-Munby, moderiert von Rosa Eidelpes


Die Regisseurin Claudia Bossard und die Theaterwissenschaftlerinnen Silke Felber sowie Karen Juers-Munby sprachen in dieser Online-Diskussion gemeinsam über die Konzeption der Figur und die Aufgabe der Schauspieler*innen in Elfriede Jelineks Arbeiten für das Theater, das Oszillieren zwischen Figürlichkeit und der Auflösung der Rolle in den reine „Stimm-Körper“ bzw. Sprech-Instanzen sowie über aktuelle Konzeptionen von Schauspielrolle und theatralem Spiel und im Gegenwartstheater.

Das Gespräch ist Teil des im Februar 2022 gestarteten Forschungsschwerpunkt  Wort.Musik.Theater der sich Beziehungen zwischen Musik, literarischem Text und seiner theatralen bzw. musikalischen Inszenierung widmet – ein Spannungsfeld, das in Elfriede Jelineks Werk und dessen Rezeption Gegenstand eines stetigen Aushandlungsprozesses ist.



Claudia Bossard studierte Literatur- und Theaterwissenschaft an der Universität Bern. Seit 2017 arbeitet sie als freischaffende Regisseurin und inszenierte u.a. Texte von Friedrich Dürrenmatt, Clemens Setz, und Roberto Bolano. Für Ihre Inszenierung von DIE PHYSIKER am Schauspielhaus Graz war sie 2020 für den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Beste Bundesländer-Aufführung nominiert. Am 17.2.2023 war die Premiere Ihrer Inszenierung von IN DEN ALPEN // APRÈS LES ALPES nach Elfriede Jelinek und Fiston Mwanza Mujila) am Volkstheater Wien zu sehen.


Silke Felber studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Romanistik an den Universitäten Wien und Bologna (IT). Nach der Promotion war sie 2013-2016 Postdoc an der Forschungsplattform Elfriede Jelinek und befasst sich in ihrer Habilitationsschrift mit den Überresten der griechisch-antiken Tragödie im Theater Jelineks. Seit März 2021 leitet sie das FWF-Projekt Performing Gender in View of the Outbreak, das die Performance(s) europäischer Regierender angesichts der Coronakrise aus intersektionaler Perspektive beleuchtet.


Karen Juers-Munby ist Senior Lecturer am Lancaster Institute for the Contemporary Arts der Lancaster University. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen u.a. im Feld der postdramatischen Dramaturgien, der Beziehung zwischen Text und Performance und sie forscht auch zum Werk Elfriede Jelineks. Sie ist Herausgeberin der englischen Übersetzung von Hans-Thies Lehmann: Postdramatisches Theater. Frankfurt am Main 1999 (englisch: Postdramatic Theater. London u.a. 2006).