Grundlagenwerke


Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt des Interuniversitären Forschungsverbunds Elfriede Jelinek ist die Erarbeitung von Grundlagenwerken zu Elfriede Jelinek. Neben der Dokumentation, Erschließung und Analyse von Jelineks Gesamtwerk und dessen internationaler Rezeption sind diese Grundlagenwerke zentrale Aufgaben des Interuniversitären Forschungsverbunds Elfriede Jelinek, die in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum erfolgen. Methodisch und inhaltlich bauen diese Grundlagenwerke auf Projekten auf, die in den letzten Jahren erarbeitet wurden.

So ist 2013 in der Reihe Personenhandbücher des Metzler Verlags das von Pia Janke herausgegebene Jelinek-Handbuch erschienen, für das 49 internationale Jelinek-ExpertInnen Beiträge verfasst haben. Das Handbuch stellt erstmals Elfriede Jelineks Leben, Werk und Wirkung in kompakter Weise dar.
Eine aktualisierte Neuauflage des Handbuchs wird ab 2020 in Zusammenarbeit zwischen dem Interuniversitären Forschungsverbund Elfriede Jelinek und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum erarbeitet. Biographische Aspekte, künstlerische Kontexte, das feministische und politische Engagement der Autorin werden in diesem Handbuch ebenso behandelt wie die ästhetischen Strategien und Schreibverfahren der österreichischen Nobelpreisträgerin.

Im Zentrum stehen kompakte Darstellungen von Jelineks Werken mit grundlegenden Informationen zu Entstehung, Quellen, Intertexten, formalen und inhaltlichen Aspekten. Wichtige Themen und Diskurse in Jelineks Arbeiten – wie etwa Ökonomie, patriarchale Strukturen, Frauenbilder, Heimat, Natur oder Nationalsozialismus – werden in lexikonartigen Beiträgen analysiert. Darüber hinaus werden die künstlerischen, theatralen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Jelinek diskutiert und die öffentlichen Debatten und Skandale, die es in Zusammenhang mit Jelinek gab, vorgestellt. Das Handbuch vermittelt Jelinek Schaffen aus interdisziplinärer Perspektive und gibt einen Überblick über die aktuelle Forschungslage.

2014 erschien das kommentierte Gesamtverzeichnis von Jelineks Texten und deren weltweiter, künstlerischer und wissenschaftlicher Rezeption Elfriede Jelinek: Werk und Rezeption in zwei Teilbänden (1.155 Seiten) im Praesens Verlag. Erfasst sind alle bisherigen Werke der Autorin, gegliedert nach Gattungen, in ihrer ganzen Bandbreite mit den relevanten Grundangaben wie Abdrucken, Ausgaben und Aufführungsdaten. Wichtige weiterführende Informationen wie Anlässe, Quellen, formale Aspekte sowie intertextuelle und thematische Bezüge zu anderen Werken werden mittels eines übersichtlichen Verweissystems dargestellt. Weiters werden alle Interviews der Autorin inhaltlich erschlossen und die internationale Rezeption dokumentiert.

Sämtliche Informationen, Daten und Kommentierungen der Printfassung werden seit Anfang Jänner 2020 im Rahmen des vom FWF geförderten Forschungsprojekts Jelinek online. Elfriede Jelinek: Werk und Rezeption unter der Leitung von Pia Janke und in Zusammenarbeit mit dem Austrian Centre for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das für die technische Realisierung zuständig ist, in Form eines digitalen Portals bibliographisch erschlossen, kommentiert und dadurch allen Interessierten als Open-Access-Informationen zugänglich gemacht.

Ein weiteres Anliegen des Projekts ist die Zusammenführung von Archivkatalog und Portal, um auf diese Weise eine Vernetzung mit den Archivbeständen des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums zu erreichen.
Jelinek online wird als Kooperationsprojekt des Interuniversitären Forschungsverbunds Elfriede Jelinek und des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums realisiert. Als ProjektmitarbeiterInnen wirken Tatjana Griessler, Christian Schenkermayr und Susanne Teutsch mit.